Hattrick (HT) ist ein einzigartiges Fussballmanagerspiel - und das liebste Hobby Tausender. Da gibt's natürlich laufend Geschichten zu erzählen: über virtuelle Manager, Fussballer und Vereine. Der Autors dieser Site will informieren und unterhalten. Deshalb gibt's hier laufend neue wichtige und unwichtige News, Geschichten und Interviews rund um Hattrick. Viel Spass beim Lesen ;)

Freitag, April 28, 2006

Hattricks berühmtester Hund bellt nicht mehr

RoughDog, «der Hund» mit der sarkastischen Schnauze, hat die Schweizer Hattrickwelt bereichert – über drei Jahre lang. Jetzt aber hat er sich selbst die Zähne gezogen: RoughDog und sein Doggystyle F.C. (170064) haben sich von Hattrick verabschiedet. Im Interview erklärt er auf seine Art, wieso.


RoughDog, nach 10 Saisons hörst du auf mit Hattrick. Was sind die Gründe?

Shiri-Biri meine Freunde! Nun, das hat sicherlich mehrere Gründe. Einerseits die ständigen Interviewanfragen, die mir meine Freizeit berauben. Andererseits eine gewisse Altersmüdigkeit, die mich heimsucht. Mit dem neuen Layout hatte ich zuletzt ebenso meine Mühe, ich hab ja überhaupt nichts mehr gefunden. Ausserdem glaube ich, dass ich meinen enormen Erfolg nicht mehr toppen kann, und deshalb höre ich auf dem Höhepunkt auf.

Ein Entscheid, der langsam heranreifte, oder hast du dich eher spontan entschlossen?

Ich habe sehr lange darüber reflektiert und dann spontan entschieden, dem Ende hier ein Schrecken zu setzen.

Ich nehme mal an, Hattrick macht nicht mehr so viel Spass wie früher. Was meinst du, warum?

Spass ist sowieso des Teufels, aber das nur am Rande. Zudem haben immer wieder einige namhafte Teams meine Mannschaft besiegt. Und die gemeine Community hat mich nie als Nationalträne gewählt, sowas geht nicht spurlos an einem vorbei, so macht das sicher keinen Spass mehr.

Hat dein Aufhören auch damit zu tun, dass du immer noch in Liga IV bist, also nicht so erfolgreich bist wie erhofft?

Auf jeden! Mein ursprüngliches Ziel war, mindestens jede Saison aufzusteigen und den helvetischen Cup zumindest einmal zu gewinnen. Nach meinem Start in Liga VI vor drei Jahren bin ich an diesen Vorgaben aber massiv vorbeigeschrammt. Ich hab nicht mal Teg besiegt, anno April, dem 30. im Jahre des Herrn 2003. Es ist in der Tat beschissen gelaufen.

Bist du nicht neugierig auf weitere Neuerungen und Änderungen bei Hattrick?

Mein Interesse hält sich zugegeben in Grenzen. Ich würde wieder mit mir reden lassen, wenn endlich einige von mir vorgeschlagene Neuerungen eingeführt werden würden. Würden werden. Meine Forderungen da wären: Endlich mehr Supporterplätze! Endlich eine Champions League! Endlich eine Hall of Fame! Mehr Arbeitsplätze! Weniger Lenzburger! Solange meine Forderungen nicht erfüllt werden, werde ich meine Geisel (HT-Björn, die Red.) nicht wieder freigeben.

Bei Hattrick lernt man ja Leute kennen und schätzen. Was ist das für ein Gefühl, sich für immer von diesen zu verabschieden?

Ein sehr erlösendes, wenn auch mit sehr emotionalen Gefühlen verbunden. Ich kann das etwa vergleichen mit dem 22. Juli 2005, als wir 3:0 in Führung liegend noch dieses eine Gegentor zuviel kassierten, und ich Arm in Arm mit meiner damaligen Freundin vor dem Bildschirm bittere Tränen... Nein, Ernst beiseite: Einige werde ich vielleicht irgendwann wiedersehen, was ich aber natürlich nicht hoffe.

Was wirst du mit der neu gewonnenen Zeit anfangen?

Ich spiele ab jetzt «Free Soccer». So ein Online-Fussball-Manager. Vielleicht werde ich auch nach Kuba umziehen, und auf der Terrasse meines im Renaissancestil gebauten Hauses mit meiner Frau auf der Hollywoodschaukel sitzen und auf den über dem Meer stehenden Vollmond und die Sterne blicken und uns gegenseitig liebkosen und streicheln. Ich bin mir da noch unschlüssig.

Wer Hattrick spielt, vergeudet schnell einmal einige Stunden pro Woche. Hat das eine Rolle gespielt bei deiner Entscheidung, die Hundeleine an den Nagel zu hängen?

Naja, jeder Hund braucht täglich Auslauf, aber die Stunden summieren sich irgendwann, sodass man sich fragt: Wieso ist die Banane nicht krumm? Was zählen Schafe, um einschlafen zu können? Was haben Schmetterlinge im Bauch, wenn sie verliebt sind? Die einzige Antwort auf all diese – sowie alle oben gestellten Fragen - kann nur lauten: «42».

Ich würde zum Schluss gerne noch ein paar Grüsse loswerden: Ich grüsse die gesamte STC; alle die irgendwann ausgeschlossen wurden; Fritz, den Schachtürken; alle Offiziellen; alle meine 137 Supporter; alle Damen der GWF; alle die Hattrick spielen; und alle die ich vergessen habe. Und vergesst nie eines: Canini statt Panini! Ich empfehle mich, peace.

RoughDog, ich bedanke mich für das Interview.

Samstag, April 22, 2006

Nach dem Bundesliga-Aufstieg gleich Deutscher Meister

GM-HSVKai hat mit seinem Verein Victoria den deutschen Meistertitel geholt. Im Interview verrät er unter anderem, welcher Titel ihm noch wichtiger ist, wieso er einen sehr guten Trainer hat und welche Spezialitäten er als RL-Kicker in sich vereint.


GM-HSVKai, du hast dir als Bundesliga-Aufsteiger den Meistertitel gesichert. Hast du zu Saisonbeginn damit gerechnet?

Sicherlich nicht. Mir war bewusst, dass ich einen starken Kader habe, der einen Platz unter den ersten Vier erreichen kann. Aber das es für die Meisterschaft reicht, hab ich wirklich nicht gedacht.

Das war ja dein erster Titel nach über vier Jahren Hattrick. Ist dir niemals die Hattrick-Spiellust vergangen?

Nein. Ich hatte immer wieder neue und interessante Gegner in meinen Ligen, die mich bei Laune gehalten haben. Dazu kommen viele regionale und überregionale RL-Treffen, bei denen die Gesichter hinter den Managern zum Vorschein kommen. Hier liegt für mich einer der größten Reize bei HT. Etwas sportlicher Erfolg und eine noch lange nicht perfekte Mannschaft tun ihr Übriges. Ich werde sicher noch lange Spaß an HT haben.

Wie sehr hat denn die Meistersaison die Finanzlage des Vereins in Schieflage gebracht? Sind die Löhne in der deutschen Bundesliga noch bezahlbar?

Sagen wir so, ich hab sicherlich nicht viel Gewinn erwirtschaftet in dieser Saison. Jedoch konnte ich durch die nun anfallenden Prämien, die Zuschauereinnahmen im Pokal und etwas Training die Ausgaben ziemlich gut kompensieren. Um aber meine Mannschaft auf Sicht weiter zu verstärken, werde ich wohl die Gehaltskosten etwas zurückfahren.

Was ist dir eigentlich wichtiger: Der eigene Titelgewinn oder dass der HSV noch die Bayern ein- und überholt?

Auch wenn ich bei einem Titel des HSV nicht direkt beteiligt wäre, ist dieser Titel für mich wichtiger. Allein der Glaube daran fehlt mir jedoch ;o)

Das RL ist einfach eine andere Stufe, die durch ein PC-Spiel nicht zu ersetzen ist. Davon abgesehen könnte ich die Freude mit vielen tausenden Menschen teilen.

Du hast ja einen sehr guten Trainer. Hat sich diese Investition wirklich gelohnt?

Das kommt auf die Sichtweise an, bzw. darauf, welche Ziele man bei HT verfolgt. Ich habe dadurch den einen oder anderen Nationalspieler hervorgebracht. Aus dieser Sicht war es sicher lohnenswert und hat mir auch viel Freude bereitet. Anderseits stagnierte durch die Investition in den Trainer und potentielle Nationalspieler die Entwicklung meines Teams seinerzeit schon erheblich. Ich hab es nie bereut, werde es aber wohl nicht noch einmal machen.

Was hast du dir fürs Hattrick Masters vorgenommen?

Früh aufstehen, das ist schon mal die härteste Hürde für mich. Was ich wirklich erreichen kann, steht in den Sternen. Es hängt viel von der Auslosung ab, dazu wird sich aber auch zeigen, ob es wieder Kamikaze-Teams wie barentin gibt.

Dein thailändischer Spieler Yu Kai-Kai (8860180) hat sein letztes Spiel schon eine Weile hinter sich. Wird er – dank seinem Namen – bei dir in Rente gehen?

Sicher, der wird ewig bei mir bleiben. Und wenn ich nicht Verteidigung trainieren würde, hätte er schon wesentlich mehr Einsätze. Denn so ganz schlecht ist er ja auch nicht ;)

Der Vereinsname Victoria ist ja ziemlich schlicht. Hat er dir deshalb so gefallen, als du bei HT begonnen hast?

Na ja, als ich mich bei HT angemeldet hatte, wusste ich nicht wirklich, was mich erwartet. Und dass ich vier Jahre oder länger dabei bleibe hab ich sicher auch nicht gedacht.

Bei Victoria Hamburg spiele ich auch im RL, daher war es für mich der naheliegendste Name. Ich hab mal drüber nachgedacht, das Hamburg später hintendran zu stellen, aber die Kosten und der Verlust der Fans haben mich immer abgeschreckt.

Welche HT-Spieler-Spezialität passt denn zu dir am besten? Ich hab gehört, deine Blutgrätschen sind ganz schön gefürchtet ;)

Ich vereine alle Spezialitäten außer «head». Wer das nicht glauben mag, kann sich sicher beim nächsten HT-Treff selbst davon überzeugen.

GM-HSVKai, ich bedanke mich für das Interview.

Donnerstag, April 20, 2006

Mit Konter zum Cup-Sieg

Gestern entschied II.-Ligist Atlético Morelia das Cup-Final für sich: 1:0 gewann das Team von Manager Morelos gegen den Schweizer Meister Oerlikon United F. C. von Manager Rotsch. Und das mit Konter. Hier äussert er sich im Interview zu seinem Sieg.


Man kann sich bessere Voraussetzungen vorstellen, als sie Manager Morelos vor dem Cup-Final gestern Mittwoch hatte. Seit zwei Wochen reist er durch Mexiko. Nicht immer gab es dort, wo er sich aufhielt, einen Internetanschluss. Und nicht immer konnte er sich aus dem Real life ausklammern und sich vor den PC setzen.

Zuletzt hatte Morelos hoch gepokert: Im letzten Ligaspiel picte er im Heimspiel gegen Dynamo Schänis. Bei einer Niederlage mit zwei Toren Differenz wäre Atlético Morelia auf einem Abstiegsplatz gelandet. Doch Morelos gewann 3:0 und entging damit der Relegation. Im folgenden Halbfinal motste er gegen den NLA-Verein Team Foitek – und besiegte es nicht unverdient mit 3:0.

Griff in die Konterkiste

Im Final gegen den neuen Schweizer Meister Oerlikon United F. C. von Manager Rotsch war Atlético Morelia klarer Aussenseiter. Wegen dem MOTS würde Oerlikon das Mittelfeld dominieren, das war völlig klar. Deshalb griff Morelos in die Konterkiste und stellte ein 4-4-2 auf. Er spekulierte darauf, dass Rotsch wie so oft wieder durch die Mitte angreifen würde, und verstärkte seine Innenverteidigung. Und mit zwei offensiven Flügeln und zwei Stürmern nach aussen hoffte er, Rotsch auf einer der Aussenseiten entscheidend zu verwunden.

Wenige Stunden vor Anpfiff wurde Rotsch noch auf dem Transfermarkt tätig: Er kaufte sich die Lohnbombe João Marcelo Rebelo de Sousa, seines Zeichens portugiesischer Nationalspieler mit einem göttlich+? Torschuss-Skill und einem TSI von 552’600. Dank seinen 10 Sternen kam Oerlikon auf ein fantastisch (tief) in der Sturmmitte. Doch Morelia hielt dagegen: Mit 10,5-Sterne-Goalie Dennis Wuethrich und 3 IVs kam es auf ein gigantisch (hoch) in der Abwehrmitte. Es bestand also Hoffnung.

Die Hoffnung starb schliesslich nicht zuletzt, sondern gar nicht. Nachdem Oerlikon fünf Chancen nicht hatte nutzen können, führte der erste und einzige Konter von Morelia zum goldenen Tor: Der Schweizer Stürmer Hakan Martz hämmerte einen Seitenfallszieher in der 81. Minute in den Winkel. Die Überraschung war perfekt. Wenige Stunden später stand Morelos für ein Interview bereit.


Das Interview mit Morelos

Morelos, mal ehrlich: Hast du wirklich damit gerechnet, dass die Kontertaktik aufgeht?

Vor dem Halbfinal gegen Foiti: ja. Als Rotsch dann einen göttlichen++ Stürmer kaufte, begann ich zu zweifeln, ob meine IV stark genug sein würde, um seinen Angriff zu stoppen. Du siehst ja, er hatte nun fantastisch – sonst meistens wesentlich weniger. Zudem wusste ich, dass das Selbstvertrauen von Oerlikon tief war, was sich immer auf die Angriffswerte auswirkt.

Hat Rotsch so gespielt, wie du es erwartet hast?

Genau so und nicht anders. Evtl. noch mit Spezialtaktik «Angriff durch die Mitte». Ich musste gegen Foiti MOTSEN, habe aber vor dem MOTS schon ein mögliches Finale gegen Rotsch im Auge, um dann genau so zu spielen.

Wie hast du den Match erlebt? Per SMS-Tracking?

Ich habe geschlafen. Ich bin in Morelia und das Spiel fand Ortszeit um 3.30 Uhr statt. Als ich am Morgen aufstand und von Live-Aid kein Gratulations-SMS erhalten hatte, dachte ich: Ich hab verloren. Um so überraschter war ich dann, als ich mich gerade eben einloggte und den Pokal sah :-)

Du hast Gabriel Saavedra (21478848) als AV zur Mitte aufgestellt. Seine Leistung wurde mit nur einem einzigen Stern bewertet. Sollte sein Passspiel die Konterstärke pushen?

Genau, es ging um das Passpiel. Er hat hervorragendes Passspiel und ich wollte unbedingt die Konterstärke auf ein halbwegs akzeptables Niveau heben. Ich spiele sonst selten auf Konter und habe deshalb auch keine passspielstarken Verteidiger. Als offensiven IV wollte ich ihn nicht bringen – ich wollte einen möglichst hohen Wert für die IV.

In den Augen mancher Manager ist die Kontertaktik Glückssache. Siehst du das auch so?

Es ist immer eine Portion Glück dabei. Allerdings machte es Rotsch mir insofern einfach, weil er meistens nur in der Mitte einen guten Angriff hat. Deshalb machte ich dort total dicht – mit drei IVs und zwei defensiven IMs. So gesehen, war es in diesem Spiel nicht nur Glück. Meine IV war klar stärker als sein zentraler Angriff. Und ich ging auch davon aus, dass ich eher über die Flügel zu einem Tor komme.

Du bist ja fürs Hattrick Masters qualifiziert. Was darf man da von dir erwarten?

Keine göttlichen Trades und demzufolge wohl nicht allzu viel. Aber wie sagt man doch: Hauptsache, man ist dabei, und vielleicht gelingt mir ja die eine oder andere Überraschung – wie heute.

Morelos, ich bedanke mich für das Interview.

Montag, April 17, 2006

Was Tanners zum Kotzen findet

Manager Tanners hat einen steilen Aufstieg hinter sich. In Liga VI. begann im Mai 2003 seine Hattrick-Karriere, knapp zwei Jahre später wurde er schon Meister in seiner II.-Liga-Gruppe. Dort sitzt er nun aber immer noch fest. Grund genug, um ihn zu seinen NLA-Ambitionen zu befragen – und darüber, was ihm an Hattrick missfällt.


Tanners, vor drei Saisons bist du als II.-Liga-Meister in der Relegation an Florian gescheitert. Diese Saison wurde es wieder nichts mit dem Aufstieg in die NLA. Enttäuscht?

Die Enttäuschung hält sich in Grenzen. Beim (ersten) Spiel gegen Krasny musste mein Handy vor Wut über die nicht gefallenen Tore schon ein wenig dran glauben. Aber Rufi hatte in dieser Saisong wohl oft das nötige Glück auf seiner Seite, und seiner Defensive war nur äusserst schwer beizukommen. Zudem kann ich mit einem Team, das für kurzfristige Verstärkungen Millionen in den Sand setzt, nur schwer konkurrenzieren. Der langfristige Aufbau meines Teams ist mir viel wichtiger als der Aufstieg in die NLA. Mit der kurzfristigen Verpflichtung von ein paar Lohnbomben hätte ich den Aufstieg wohl schon lange erzwingen können.

Durch die Deflation bringt das Training immer weniger Geld ein. Ist es damit auch schwieriger geworden, den Rückstand zu den Top-Teams der NLA aufzuholen?

Ich sehe da keinen Zusammenhang. Das Training bringt zwar weniger Geld ein, dafür sind die Spieler auch günstiger zu kaufen. Was den Rückstand anbelangt, den kann ich sowieso niemals einholen, ausser ich würde traden wie ein Irrer. Schau dir mal die Kriegskasse von Teg an. Das werde ich niemals einholen können.

Eine Antwort hängt auch immer von der Definition von «einholen» ab. Generell lässt sich sagen, dass man heute durch die enorm tiefen Transferpreise der A-Skill-Bomben relativ leicht und günstig ein Team zusammenkaufen kann, das mit den NLA Teams (sportlich) konkurrenzieren kann.

Aber nur kurzfristig, weil die Löhne Unmengen kosten.

Ja, aber gerade das Masters und die Cup-Wettbewerbe in vielen Ländern haben gezeigt, dass immer mehr Manager für einen kurzfristigen Erfolg alles aufgeben. Die Mächtigkeit dieser kurzfristigen Strategien ein wenig einzudämmen, da hat HT dringenden Tatbedarf. Denn diese Kamikaze-Taktiken vermindern den Spielspass von allen anderen massiv.

Wie sehr ärgert es dich, dass du nicht früher mit HT angefangen hast? Schliesslich wärst dann wohl du – und nicht Florian und Teg – vom Sport-Magazin porträtiert worden ;)

Eigentlich müssig, über diese hypothetische Frage gross zu sinnieren. Ich weiss nicht, ob ich überhaupt Lust hätte, mich von diesem Mag porträtiert zu werden.

Die beiden haben zwar die meisten Titel geholt. Doch wie gut sind sie in taktischer Hinsicht?

Ich will mich da nicht zu weit auf die Äste hinauswagen, denn ich verfolge die Spiele dieser beiden Mannschaften nicht sonderlich. Allerdings: Wenn man als Standard-Trainer generell nur mit einem System spielt oder als Verteidigungs-Trainer mit nur drei Verteidigern spielt, dann legt man wohl nicht sonderlich viel Wert auf die taktische Komponente.

3-5-2 scheint für viele immer noch das Nonplusultra zu sein. Zu unrecht?

Nein, 3-5-2 ist nach wie vor die ausgeglichenste und mächtigste Taktik. Verheerenderweise haben die letzten Änderungen in der Match-Engine dies noch verstärkt anstatt relativiert.

Was sagst du dazu, dass Meister und Cup-Sieger dank dem Hattrick Masters zu leicht verdientem Zusatz-Einnahmen kommen. Unfair?

Ich glaube nicht, dass es sonderlich unfair ist, denn die meisten Teams werden kaum weiter als zwei bis drei Runden kommen. Allerdings finde ich das Format des Masters eine absolute Katastrophe. Es wäre schwierig, sich ein schlechteres Format auszudenken.

Wie man aus seinen Transferaktivitäten unschwer folgern kann, machst du ja Geld mit Passiv-Training. Bei einigen Spielern hast du diese Saison jedoch einen Verlust eingefahren. Lohnt sich die «Osmosis» trotzdem noch?

Das lohnt sich sicherlich noch, ja.

Könntest du ohne Osmosis die Löhne deiner Spieler überhaupt noch zahlen?

Selbstverständlich. Mein Osmosis-Training ist absolutes Beigemüse und hat mir in dieser Saisong kaum was eingebracht. Das normale Skill-Trading war dafür in dieser Spielzeit zum Glück wieder relativ lukrativ. Ich mache über eine 2-Wochen-Periode sicherlich einen Verlust und muss deshalb schon einen Teil des Trainings-Profits in die Löhne investieren.

Wenn ich mich recht erinnere, hast du letzthin in ein Gästebuch geschrieben, die Zuschauerzahlen seien ein Witz. Wieso sind sie zu tief?

Ich habe nicht gesagt sie seien zu tief, ich habe gesagt sie seien ein Witz ;-)

Die Faktoren Auswärtsfans und Wetter sind für mich viel zu stark gewichtet, zudem unterliegt die Stimmung der Fans von mir aus gesehen viel zu sehr kurzfristigen Schwankungen. Ich bin ja generell immer dafür, dass der Unterschied zwischen den Liga-Klassen nicht allzu gross ist und wird, aber bezüglich Zuschauer dünkt es mich, sollten die ober(st)en Ligen doch ein wenig mehr Zuschauer haben als die unteren, von Natur aus.

Zur Erklärung: Das Spiel 62084970 hat mich zu dieser Aussage bewogen. Ich hatte in der Woche zuvor auswärts 0-0 gespielt, war auf dem 2. Platz und hatte im Cup jedes Spiel zu null gewonnen. Allerdings war halt in dieser Woche leider kein Cup-Spiel, wo ich die Fan-Stimmung wieder hätte raufheben können. Auch ein Witz übrigens, dass der ganze Cup eine Woche anhalten muss wegen diesem dämlichen Masters-Format.

Generell lässt sich noch sagen, dass mit der ständigen «Deflation» die Zuschauer- und Sponsoreneinnahmen immer mehr an Bedeutung gewinnen. Somit werden hohe Glückseinflüsse bei den Zuschauereinnahmen automatisch noch unfairer als zuvor.

Die HTs haben geschrieben, als sie einen Tag lang Fragen im Forum beantwortet haben (Open Forum Day), dass die Deflation nicht gut für HT ist – und dass sie etwas gegen sie unternehmen werden. Traust du ihnen zu, dass sie das schaffen?

Natürlich, sie müssen ja nur schnell die Eintrittspreise oder Sponsoreneinkünfte erhöhen, und schwupps ist wieder mehr Geld im Umlauf. Aber das würde die Entwicklung auch nur bremsen. Allerdings wage ich zu bezweifeln, dass sie diese Aussage so gemacht haben. Ich denke eher, sie haben gesagt, eine zu starke Deflation wäre nicht gut für den Markt.

Das «Problem» ist halt einfach, dass die Preise in Hattrick nur dann hoch bleiben, wenn extrem viel neue Manager dazukommen, und das ist jetzt nicht mehr der Fall. Somit kommen immer mehr Spieler mit höher trainierten Skill auf den Markt, die Preise sinken automatisch.

Es stellt sich eh die Frage, ob man da von «Deflation» sprechen kann. Der Preis für ein und denselben Spieler sinkt zwar, allerdings braucht man (zumindest theoretisch) auch immer bessere Spieler, um in derselben Liga zu bestehen. Somit könnte man behaupten, dass der Preis für einen gleich starken Spieler etwa konstant bleibt.

Die Deflation hat wohl dazu beigetragen, dass Hattrick für viele Managerinnen und Manager an Faszination eingebüsst hat. Bist du immer noch Feuer und Flamme für Hattrick?

Ja, sicherlich! Ich kann das Problem nicht genau verstehen. Der Ankauf von Spielern wird ja auch günstiger, somit gleicht sich das Ganze ja eh aus.

Ich bin kein Wirtschaftsgelehrter und erzähle vielleicht jetzt Quatsch, aber generell lässt sich sagen, dass der Markt in Hattrick wie jeder Markt doch von der menschlichen Psychologie getrieben wird und sich deshalb in höchstem Masse irrational verhält. Wenn man das ein wenig durchschaut, sieht man schnell, wo sich Geld machen lässt.

Dann muss man sich über die Zukunft von Hattrick keine Sorgen machen?

Wo ich das viel grössere Problem sehe ist, dass die HTs weiterhin wenig bis nichts unternehmen, um die Bedeutung von mehrskilligen Spielern wirklich bedeutend zu erhöhen. Kurzfristige Strategien werden mit den sinkenden Preisen für A-Skill-Monster immer mächtiger. Ich find’s zum Kotzen, dass bereits in der 5. Liga göttliche Spieler nur für Relegationsspiele gekauft werden. Das widerspricht in grotesker Weise dem grundsätzlich langfristigen Ansatz dieses Spiels.

Tanners, ich danke dir für das Interview.

Sonntag, April 16, 2006

Die hobbits bleiben erstklassig

Serienmeister Teg-Navanis und sein Team hobbits play football bleiben in der NLA. 3-0 gewannen sie gestern das Relegationsspiel zu Hause gegen Red Stars Rufi von Manager Cuhulain. Es lohnt sich, das Match genauer unter die Lupe zu nehmen.

Manager Cuhulain war es ernst: Er wollte den Aufstieg in die NLA realisieren – auch wenn der Gegner nicht nur einen klangvollen Namen trug, sondern vor allem auch über ein Mittelfeld verfügte.

Über eine Mittelfeld-Dominanz konnte Cuhulain nicht zum Ziel kommen. Deshalb entschied er sich wohl für eine andere Taktik: 4-4-2 mit Pressing und einer starken Flügelseite. Wenige Stunden vor Anpfiff kaufte er sich deshalb den schottischen Ex-Internationalen Fraser Gregory (10932381). Der 26-Jährige verfügt über einen göttlichen Flügel- sowie einen passablen Passskill und lässt sich mit einem fürstlichen Gehalt bezahlen: 1’190’160 Franken kosten seine Dienste Woche für Woche.

Gezogene Zähne

Doch zum Spiel: Die 3-4-3 spielenden hobbits waren im Mittelfeld deutlich überlegen und kamen auf 72 und 73 Prozent Ballbesitz in den zwei Hälften. Der hobbits-Sturm dagegen war der Stars-Defensive auf allen drei Abwehrseiten deutlich unterlegen. Teg zog seinem Angriff schon vor Spielbeginn die Zähne, indem er zwei seiner drei Stürmer nach aussen zog und seinen einzigen Flügel als Wing zur Mitte (WzM) aufstellte.

Die Stars hofften, dank einem Durchbruch auf ihrer fantastischen linken Angriffsseite zum Erfolg zu kommen. Die rechte Verteidigungsseite der hobbits kam nur auf ein sehr gut hoch. Cuhulains Taktik hätte durchaus erfolgreich sein können - trotz seines Aufstellungs-Schnitzers: Auf der Flügelposition stellte er einen "zusätzlichen" IV, auf der IV-position einen "zusätzlichen" IM. Da man seit Anfang der nun vergangenen Saison auch auf der Flügelposition einen "zusätzlichen" IM aufstellen kann, vergab er hier eine bessere Verteidigungs-Bewertung.

Der Standardschütze macht den Unterschied

Man kann sich weiter fragen, wieso Cuhulain nicht auch noch einen Stürmer auf seiner starke Angriffsseite nach aussen gezogen hat. Mit seinem Mitte-Sturmwert (durchschnittlich max) hätte er nur mit sehr, sehr viel Glück einen Treffer markiert. Hätte Teg allerdings seinen AV auf der anderen Seite gesetzt, wäre der Stars-Angriff auch hier klar unterlegen (nämlich fantastisch min gegenüber übernatürlich max) und eine grosse Portion Glück zum Torerfolg nötig gewesen.

Torerfolge gab es dann aber doch zu beklatschen, und zwar gleich 3 und alle für die hobbits. Aufgrund der Taktiken erstaunt es nicht, dass sie alle nicht aus dem Spiel fielen. Das 1:0 fiel nach einem Eckball mit anschliessendem Kopfball, das 2:0 und 3:0 waren Standardtore – der hobbit Paul Höchli knallte zwei Freistösse mit dem Vollspann in die Maschen.

So bleiben die hobbits eine weitere Saison in der NLA - nicht dank einer berauschenden Taktik, sondern nur dank ihrem wohl Standardschützen.

Donnerstag, April 13, 2006

Das Ass im Ärmel des österreichischen Meisters

Die Styrian Killer (73333) von Manager GerhardL sind zum zweiten Mal Meister der österreichischen Bundesliga geworden – mit deutlichem Vorsprung. Im Interview spricht er über die Gründe seines Erfolgs.

GerhardL, du hast dir nach einer fast 2 Jahre und 5 Saisons langen Durststrecke zum zweiten Mal den österreichischen Meistertitel geholt. Bereits vor dem drittletzten Spieltag stand dein Erfolg fest. Warst du so überlegen?

Von «überlegen» kann gar keine Rede sein. Eigentlich hatte ich mir keine Chance ausgerechnet, da die Verteidigung vom FC Pinzgau nahezu nicht zu biegen war. Doch dann hatte er eine Schwächephase und schon war alles klar. Das hätte aber auch ganz leicht andersrum ausgehen können.

Dann liegt der Hauptgrund für deinen Erfolg im Scheitern deiner Konkurrenz?

Natürlich. Hätte Doc (gemeint ist DocHollywood, der Manager des FC Pinzgau) seine restlichen Spiele gewonnen, wäre er Meister geworden. Da hätten meine Killer noch so hoch gewinnen können. Und wie das letzte Spiel beweist, können die Killer auch gegen jeden (na ja, nicht wirklich jeden) verlieren. Der Meistertitel ist immer die Summe der Saison - wer am wenigsten Fehler macht, hat gewonnen! Diesmal war ich der Glücklichere!

Du spielst ja fast ausnahmslos 3-5-2. Ist dieses System immer noch das Nonplusultra?

Das 3-5-2 ist dem 3-4-3 ebenbürtig. Ich spiel es vor allem deshalb, da ich Spielaufbau trainiere - da kann ich auf keinen Trainingsplatz verzichten!

Dein «unberechenbarer» Stürmer Mathieu Villeneuve (11347649) ist mit nicht weniger als 20 Treffern Torschützenkönig geworden. Was ist sein Erfolgsgeheimnis?

Er ist ein ausgezeichneter Standardschütze und das reicht offenbar schon, um aus der zweiten Reihe auch Treffer zu erzielen.

Beim ersten Hattrick Masters hast du die dritte Runde erreicht, wo du vom späteren Masters-Sieger FC Barentin 5:0 bezwungen wurdest. Was hast du dir fürs nächste Masters vorgenommen?

Die Runde 4 wäre super. Ich werde aber keinesfalls meine Mannschaft für das Masters aufrüsten. Ich finde, es sollte ein interessanter Wettkampf mit der Standardmannschaft werden. Wenn alle Manager das so sehen würden, wäre das Masters wirklich was Feines!

Die Fans deiner Mannschaft scheinen ja ein wenig launisch zu sein. Teils pilgern nur 40'000 ins Stadion, zweimal war die Styrian Killer Arena bis auf den letzten Platz (mit über 120'000 Zuschauern) besetzt. Wie kommt’s?

Meine Fans sind verwöhnte Jungs - denen muss schon was geboten werden, um ins Stadion zu kommen. Und das gelingt uns halt leider auch nicht immer!

Ein weiterer Ausbau kommt nicht in Frage?

In meiner Gegend gibt’s nicht mal genug Einwohner für mein aktuelles Stadion, und meine Gäste bringen auch keine Fans mit - die will ja niemand sehen!

Du wirst ja von mindestens einem argentinischen Manager supportet. Hat deine Mannschaft etwa einem Südamerikaner mit ihren Ballzaubereien den Kopf verdreht?

Argentinische Supporter? Das wusste ich gar nicht! Aber wenn man an der Spitze ist, hat man plötzlich viel mehr Freunde. Dabei möchte ich die Gelegenheit nutzen, mich bei meinen Supportern zu bedanken, die mir teilweise schon seit Jahren die Treue halten!

Deine Standardschützen haben in dieser Saison immerhin 7 Mal bei Freistössen und Elfmetern zugeschlagen in den 14 Meisterschaftspartien. Ist ein göttlicher Standardschütze also ein Must auch in der Bundesliga?

Für mich ja! Ohne meine Standardschützen sähe die Welt ganz anders aus. Gegen Abwehrbollwerke braucht man einfach noch ein Ass im Ärmel - und meine Standardschützen können alle mal zustechen!

GerhardL, ich danke dir für dieses Interview.

Mittwoch, April 12, 2006

Führungsloser Masters-Sieger FC Barentin nun auch Französischer Meister

Am 23. Februar 2006 hat sich Manager Eldelbor, der Sieger des ersten Hattrick Masters, das letzte Mal beim FC Barentin eingeloggt. Trotzdem ist sein Verein nochmals Französischer Meister geworden. Für einige Natispieler heisst es jetzt aber Abschied zu nehmen.

Man erinnere sich: Manager Eldelbor hatte sich Wochen vor Beginn des ersten Hattrick Masters nicht wenige göttliche Spieler gekauft. Durch die hohen Löhne war sein Kontostand bald einmal tief in den roten Zahlen. Trotzdem verblieben Eldelbor fünf Loggins – die er sich für die Masters-Woche aufsparte.


Eldelbor loggte sich während dem Masters die letzten fünf Mal ein – und gewann, dank seiner Lohnbomben. Nun, mehr als zwei Monate später, ist seine Mannschaft nochmals Französischer Meister geworden – mit 11 Punkten Vorsprung. Und das, obwohl die Mannschaft führungslos, mit Standardaufstellung, daherspielte. Mit einem grossen Knall hatte sich Eldelbor verabschiedet. Mit einem kleinen ruft er sich nochmals in Erinnerung. Für die HT-Gemeinde ist er längst unsterblich geworden.

Befreite Natispieler

Bald wird der FC Barentin, da er ein sogenanntes Bot-Team ist, gelöscht. 4 seiner 6 aktuell verbliebenen Nationalspieler - andere wurden aus den Nationalkadern gestrichen - sind noch in seinem Kader. Am Dienstag, 11. April 2006, wurden sie von einem Offiziellen auf den Transfermarkt gesetzt. Hier kommt eine Regelung zum Zug, die verhindert, dass Manager, die mit Hattrick brechen, als letzte Aktion noch einige Nationalspieler mit ins Grab nehmen können.


Allerdings, eine Frage drängt sich noch auf: Wer wird den Masters-Platz des FC Barentin übernehmen? Rückt einfach der Dritte der höchsten französischen Liga nach - oder gibt die Team-ID den Ausschlag? Falls letztes zutrifft, so dürfte sich ein HT-Neuling schon bald über ein erstes HT-Highlight freuen.


Dienstag, April 11, 2006

Entwicklungshilfe für die HT-Mongolei

Rachmaniov (629328) ist einer von derzeit 13 Managern, die der Föderation Freunde und Förderer des mongolischen Fussballs (36156) angehören. Was es mit diesem Engagement auf sich hat, erläutert er im Interview.


Rachmaniov, klär uns doch mal auf: Was müssen die Frau und der Mann von Welt von der Mongolei wissen?

Nun, was viele nicht wissen: Wir alle haben der Mongolei viel zu verdanken. Man denke nur an die Jurte, den Vorläufer des mitteleuropäischen Bierzeltes, oder auch die berühmt-berüchtigte Stutenmilch, deren wohltuende Wirkung für die Haut auch von westlichen Kosmetik-Magnaten genutzt wird.

Ausserdem stand der klassische Mongole, der mit seinem stolzen Ross durch die Steppe reitet und keine Grenzen kennt, Pate für viele Filme wie "Easy Rider". Bierzelt, Body-Lotion und Road-Movie - kurzum: Ohne die Mongolen sässen wir noch heute in dunklen Höhlen, würden die Wände mit Fingerfarbe beschmieren und jagten säbelbezahnten Raubkatzen hinterher.

Deshalb ist es unsere Pflicht, dem stolzen Volk der Mongolen etwas zurückzugeben, z.B. Know-How in Sachen Hattrick. Das Land hat 2,8 Mio. Einwohner, aber nur sechs von diesen sind in HT vertreten. Da liegt also noch ein unglaubliches Potenzial brach.


Wieso interessierst du dich gerade für die Mongolei – und nicht für ein anderes HT-Entwicklungsland wie Barbados oder Libanon? Sind andere zu wenig exotisch?

Für uns gibt es kein exotischeres Land als die Mongolei. Nur dort gibt es aufregende Reiterspiele der Nomaden, die erotischen Möglichkeiten des Jurtenlebens und die kulinarischen Perspektiven, langfristig Raclette und Käsefondue durch eine Zubereitung auf heissen Steinen (eine traditionell mongolische Kochkunst) oder im Mongolischen Feuertopf als mongolische Nationalgerichte zu etablieren.

Fussballtaktisch eignet sich nur der mongolische Spielertypus des schlauen und geduldigen Abwartens zum Feldversuch für die 3-5-2-Formation mit defensivem, "hängenden" Stürmer.

Wie helft ihr in der Föderation denn den HT spielenden Mongolen konkret?

Wir kaufen ihnen überteuert die grössten Nieten ab, damit sie sich Rasenmäher kaufen können. Im Moment ist auf dem dichten Steppen-Gras kein gutes Kombinationsspiel möglich.

Zwei der sechs aktiven Manager aus der Mongolei sind Supporter. In eurer Föderation sind sie aber nicht. Ist eure Stutenmilch zu säuerlich, oder woran liegts?

Aha, eine Fangfrage. Da du ja ein aufmerksamer Mensch bist, wird dir sicherlich nicht entgangen sein, dass die Mongolei mittlerweile nun schon über sieben aktive Manager verfügt. Eine Begrüssungsdelegation samt Care-Paket ist bereits unterwegs, um unseren neuen Bruder willkommen zu heissen. Zu deiner Frage: Es stimmt, eegi und vshanalin sind keine Mitglieder.

Zum Einen versteht es sich von selbst, dass sie als mongolische Staatsbürger Freunde und Förderer des mongolischen Fussballs sind, als aufrechte Patrioten ist das schliesslich ihr ureigenes Interesse. Insofern wäre eine Mitgliedschaft um dies zusätzlich nach aussen hin zu kommunizieren vollkommen redundant.

Im Übrigen: Nicht jeder, der Fan eines Vereins ist, verfügt auch über eine Mitgliedschaft bei ebendiesem. Nichtsdestotrotz fühlten wir uns natürlich in unserer jurten-republikanischen Grundüberzeugung geehrt, könnten wir in Zukunft einen unserer mongolischen Brüder oder Schwestern in unseren Reihen begrüssen.

Du hast in der Föderation ja das Amt "Aythya Marila Mongolia" inne. Was heisst das übersetzt?

War doch irgend so ein Käfer, oder?!

Hand aufs Herz - Kommt dein Engagement daher, weil du mal mongolischer Natitrainer werden willst?

Wir sind Scouts, Trapper und Fährtensucher für General Capuns, der beabsichtigt zu den nächsten Wahlen anzutreten. General Capuns ist der festen Überzeugung, dass die Mongolei, aufbauend auf ihrer kriegerischen Tradition und dem Mut mongolischer Reiter, mittelfristig unter seiner strengen Hand zur führenden Fussball-Nation aufsteigt. Und wie General Capuns schon verkündet hat: "Dann ist Schluss mit Stutenmilch, es wird Steppengras gefressen!"

Welche Eigenschaften muss man mitbringen, welchem Eignungstest muss man sich unterziehen, um in den Reihen eurer Föderation aufgenommen zu werden? Hab ich eine Chance, wenn mir beim Geruch von Stutenmilch speiübel wird?

Am Besten wäre es natürlich, wenn man selber Mongole ist oder zumindest mongolische Wurzeln in der Genealogie vorweisen kann. Bei wem das nicht der Fall ist, der muss sich mit Wagemut den drei Prüfungen des Khan unterziehen:
1. Spielen einer epischen Volkliedmelodie auf der Morin Khoor, der mongolischen "Pferdegeige".
2. Aufbauen einer Prunk-Jurte mit einer Grundfläche von nicht weniger als 21,7 m² in maximal 30 Minuten.
3. Ein 48-stündiges Bad in einem überdimensionalen Feuertopf gefüllt mit Milch von südostmongolischen Stuten (deren Milch macht die Haut besonders zart!).

Rachmaniov, ich danke dir für deine "informativen" Antworten.

Donnerstag, April 06, 2006

Was 55 Ärzte bringen

Manager Wigginus hat letzthin 55 Ärzte angestellt. Grund: Sein 19-jähriger IM und bosnischer U-20-Nationalspieler Kristijan Tomrecaj (65438141) hatte sich im Meisterschaftsspiel vom 25. März 2006 für fünf Wochen verletzt.

Gegen Saisonende, wenn noch nicht klar ist, ob man dem direkten Abstieg oder der Relegation entgehen kann, ängstigen sich HT-Manager vor einer Sache ganz besonders: Dass sich ein Schlüsselspieler schwer verletzen und im entscheidenden Match nicht zur Verfügung stehen könnte.

Den von Manager Wigginus geführten IV.-Ligisten MJ lubricante (174261) ereilte vor knapp zwei Wochen auch dieses Schicksal: Im zwölften Meiterschaftsspiel der aktuellen Spielzeit verletzte sich Mittelfeldakteur Kristijan Tomrecaj (65438141) für fünf Wochen - wahrlich eine Hiobsbotschaft.

Manager Wigginus entschloss sich daher, 55 Ärzte anzuheuern. „Ich hatte eh schon 10 Ärzte und man kann ja immer nur neun aufs Mal einstellen, also habe ich einfach fünfmal neun eingestellt. 55 fand ich eine schöne Zahl, ausserdem war ich zu faul um noch weiter zu klicken.“

Die Sekretärin meldet sich - mehrmals

Kein billiges Unterfangen, aber immerhin verschlechterte sich die Fanstimmung nicht weiter. Denn nach den vier Pflichtspielniederlagen in Folge (zuletzt 0:5 und 0:6) war diese eh schon auf blutdürstig gesunken. Pro Update kehrten jeweils immerhin zehn Fans dem Verein den Rücken.

Trotzdem meldete sich die Sekretärin dreimal beim Manager und wollte ihn sprechen. Dazu kam noch folgende Meldung unter „Der Verein“:

„31.03.2006: Die vielen Vereinsärzte stritten sich öffentlich über die Behandlungsmethoden verletzter Spieler, was wiederum die Fans verärgerte, da die Außendarstellung des Klubs wenig positiv war.“

Trotz unterschiedlicher Auffassung über die Behandlungsmethode – die Verletzung von Tomrecaj klang ungewöhnlich schnell ab. Sechs Tage nach der Verletzung hatte sich die Verletzungsdauer von fünf auf zwei Wochen verkürzt.

„Es hat sich gelohnt“

Wigginus hatte übrigens keineswegs vor, die Relegation zu vermeiden. „In die Relegation will ich sowieso und sollte dort auch ziemlich locker gewinnen“, meint er auf Anfrage. „Darum hab ich die Ärzte schon vor allem wegen der Nati eingestellt. Ist aber mehr mein Eigeninteresse, da ich will, dass er spielt. Die Resultate der Nati sind mir ziemlich egal.“

Die 55 Ärzte leisteten jedenfalls ganze Arbeit: Neun Tage nach der Verletzung war Tomrecaj noch eine Woche verletzt, weitere zwei Tage später war der Internationale nur noch angeschlagen. Ob sich die Investition gelohnt hat? Wigginus bejaht. "Der Spieler ist nach seiner 5-Wochen-Verletzung innerhalb von eineinhalb Wochen auf ein Pflaster gehüpft und hat dadurch nur ein Training verpasst“, meint er. Mit nur zehn Ärzten wären es wohl zwei mehr geworden. Dann wäre er vielleicht nicht mehr gut genug für die U-20-Auswahl gewesen, sein Marktwert wäre um einiges gefallen. So gesehen, hat sich Wigginus' Investition ganz sicher gelohnt.

Dienstag, April 04, 2006

«Das wird ein Bombengeschäft»

Am 1. März 2002 war es, da traf er im Spiel gegen Malaysia als erster Schweizer Natispieler ins Schwarze: Olivier Schladenhaffen. Doch was treibt der einstige Starstürmer heute?

Es ist schon spätabends und die Sonne geht gerade unter, als ich von meinem Trottinett steige. Die Reise aus der Schweiz nach Asturien war lange und beschwerlich, meine Waden schmerzen, mein Nacken fühlt sich steinhart an. Ich schaue auf einen selbstgekritzelten Plan in meinem Notizblock, laufe dann auf ein altes Haus, an dem die Zeit sichtlich genagt hat, zu. Eine Regenrinne ist verrostet und verbeult, ein Kellerfenster hat einen Sprung, der Putz bröckelt von der Hauswand.

In diesem Haus – eigentlich ist es mehr eine Hütte – wohnt Olivier Schladdenhaffen (2523832), der erste Torschütze der Schweizer Nationalmannschaft. Vor einer Woche habe ich ihn aufgespürt und telephonisch einen Interview-Termin vereinbart. «Sie können kommen, wann sie wollen. Ich bin fast immer zu Hause», hatte er durch die Leitung genuschelt.

Als ich die Klingel betätige, höre ich ein langgezogenes Ächzen, dann ein Klimpern, dann langsame Schritte. Ein gähnender, unrasierter Mann öffnet die Tür. Auf den ersten Blick schätze ich ihn auf mindestens 50 Lenze.

Wie ein fernes Echo

Wenig später sitze ich mit Olivier Schladdenhaffen – er ist es wirklich – auf der Veranda. Es ist schwül, er drückt mir ein eiskaltes Bier in die Hand, unsere Aussicht aufs Meer, den Golf von Biskaya, wird von einem zwei Meter hohen Bretterzaun versperrt. Das rhythmische Rauschen des Meeres hören wir trotzdem, wenn auch leise, wie ein fernes Echo.

Ich frage ihn nach dem Tor von damals gegen Malaysia, dem ersten Tor, das ein Schweizer Natispieler in einem Natispiel geschossen hat. Olivier – «Ich bin der Olivier» – erinnert sich noch ganz genau. Er steht auf und zeigt mir, wie er den Ball mit dem Vollspann erwischt hat. «Ich hab den Ball so zwölf Meter vom Tor auf halblinks bekommen, mit einer Körpertäuschung den Verteidiger ins Leere grätschen lassen und dann voll draufgehalten», sagt er und lächelt. Und nimmt einen grossen Schluck aus seiner Bierhülse.

«Mann, die Malaysier haben da vielleicht lange Gesichter gemacht», sagt er. Verloren hat die Schweiz dann doch noch – 1:3. «Mit etwas mehr Glück hätten wir gewinnen können», meint Olivier kopfschüttelnd. «Vor allem, wenn wir nicht so ein stupides 4-4-2 mit nur zwei IMs gespielt hätten. Aber unser Trainer, irgend so ein Schwede, ich weiss gar nicht mehr, wie der hiess... Jedenfalls hatte der keine Ahnung, sonst hätten wir gewonnen. Ganz sicher!»

Damals bei den hobbits

Olivier Schladdenhaffen hat es auf stolze 44 Länderspiele gebracht. Während seiner Aktiv-Karriere ist er ganz schön rumgekommen. Nur fünf Tage nach seinem ersten Natispiel hat ihn Meistermanager Teg – Olivier spielte damals bei den hobbits – transferiert. «Der Teg hat gut an mir verdient», meint Olivier und nickt nachdrücklich. «Aber das Handgeld der Mexikaner war auch ganz passabel.»

Danach hat es ihn nach Russland verschlagen, später nach Belgien und schliesslich hierhin, ins spanische Hinterland. Dank seiner gigantischen Erfahrung hat ihn der Manager von cuscus culés (30916) zum Trainer ausgebildet. «Mit mir ist die Mannschaft gleich wieder in Liga II. aufgestiegen», sagt er stolz. «52'902 Zuschauer waren beim letzten Saisonspiel dabei. Mann, da ging dann die Post ab!» Wenig später gings dann aber bergab. «Da war nichts zu machen», sagt Olivier.

Der Manager – das erzählt mir Olivier, und meine Recherchen bei der Lokalzeitung vor Ort haben das bestätigt – hat seinen Verein mehr und mehr vernachlässigt, die geforderten Verstärkungen blieben aus. Warum er das tat? Er verlor den Spass am Verein, hat sich stattdessen seinen Bubentraum erfüllt – und einen Flohzirkus gekauft.

Nochmal was erreichen

Olivier sitzt hier fest. Seine Mannschaft ist ein WO-Team, verliert Woche für Woche 5:0 forfait. Ich frage ihn, was er von der Zukunft erwartet. Er zuckt mit den Schultern, wirkt resigniert, müde. «Bis der Verein bis ganz nach unten durchgereicht wurde und ersetzt wird, dauert das noch mindestens drei Saisons. Ich hoffe einfach, dass ich dann einen guten Trainerposten bekomme, bei einem Team, dessen Manager auch wirklich was erreichen will.»

Bevor ich gehe, hat Olivier noch eine Idee. Er habe in finanzieller Hinsicht schon bessere Zeiten erlebt. Ob ich nicht etwas für ihn tun könne? «Natürlich», sage ich. «Ich hab noch einen Karton voller Autogrammkarten von mir – von damals», beginnt er. «Schreib das. Die Leser können sie mir noch abkaufen, 20 Franken pro Stück. Das ist ein fairer Preis, schliesslich haben die Sammlerwert.» – «Natürlich. Ich mach das», antworte ich. «Das wird ein Bombengeschäft», sagt er zum Abschluss. Ganz sicher.